Musk Ming
Vita
News & Exhibitions
Gallery
Press & Articles
Contact
Impressum
N.G.Traveler China
the AOM Interview
HSJZS Dutch Book
SCMP-Mag Interview
Homogenda
Mein schwules Auge
D.F.Neufert Article
H.Wallisch's Artikel
Articles 2007

Spetember2008

Artikel vom internationalen Kunst- und Kulturkritiker Heinz Wallisch

"Muskboy

Da das Galerie-Ehepaar — Jan van Stralen und Sandro Kortekaas — sich in diesem Fall nicht mit ausschließlich niederländischen Beiträgen für diese Ausstellung zufrieden geben wollte, haben die beiden gesucht und sind in Berlin fündig geworden.

Dort lebt der junge chinesische Künstler Muskboy, der ursprünglich als einer der ganz wenigen Künstlern während der Olympischen Spiele ins Rampenlicht treten sollte.
Doch seiner heikelen Thematik wegen hat man dort auf seine Mitarbeit verzichtet. Für uns im Westen, die wir in Sachen Erotik und Sexualität inzwischen viel weiter fortgeschrittenen sind als diktatorial geführte Staaten, ist sowas jedoch schon längst keine Besonderheit mehr.

In dem was der junge Chinese mit großem Potential bietet, ist noch nicht alles ausgereift: er kann viel und die Bilder lassen auch keinen Zweifel zu im Bezug auf die Thematik. Dass Homoerotische in den meisten ausgestellten Arbeiten liegt auf der Hand. 

Sein Bild Love at first sight zeigt zwar das Geischt eines jungen Mannes, jedoch ohne jegliche Begleitfigur, die die Atmophäre hätte mitgestalten können, doch der Blick des Jungen zeigt genau das was Guy Hockenghem das homosexuelle Verlangen nennt und beschrieben hat in seinem 1973 erstmals erschienenen Buch mit diesem Titel, das handelt von der männlichen Homosexualität in Europa.

     

 Profilierung

Obwohl die beiden jungen Männer von In the Navy im Ansatz etwas von den übermäßig bekannten Zeichnungen von einem gewissen Tom of Finland vorzeigen, hat Muskboy es nicht nötig sich mit überproportionierten, in ungereimte Perversität steigernden Geslechtsteilen — und genau dadurch äußerst ausladenden Zeichnungen — zu profilieren. Was er dagegen noch braucht ist eine Vertiefung der Persönlichkeitsaspekte seiner Subjekte, denn die sind im Moment noch zu wenig ausgearbeitet.

Selbstverständlich hat es damit zu tun dass Muskboy alllzu sehr in einem Korsett eingeschnürt gewesen ist, doch er sollte auch noch die Überreste dieser ihm aufgedrängten Einschränkungen ad acta legen. Sowas ist jedoch manchmal ein Wagnis das man nicht ohne weiteres einzugehen vermag.
Dennoch ist es immer ein Versuch wert, da man nur gewinnen und niemals verlieren kann. Und das, so wird sich absolut herausstellen, wird dann auch nicht nur eine befreiende Wirkung mit sich bringen, sondern sogar die Erlösung, welche tief im Inneren allzu sehr eingschränkt existiert. Denn erst dann wird sich auch die Pfirsichblüte im chinesischen Fundament dieses Muskboy erst richtig und aufs Ganze entfalten können.

Heinz Wallisch
Auszug "Noch ein Wochenende Olympia-Fotokunst zusammen mit chinesischen Bildern in Galerie Mooiman, Groningen (NL)"
Donnerstag, 18. September 2008
kulturtempel.blogger.de

 

Musk Ming | info@muskming.com